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Archive für Februar 2008
Wie werde ich kreativ, wenn ich kreativ werden muss?
8.2.2008 von kwa.
| Zusammenfassung:Kreativität kann man nicht erzwingen. Man kann sie sich aber erspielen. Beim Spielen, das lehren uns die Kinder, kommt automatisch Kreativität auf. Denkt der Autor sich in Rollen, in die Rolle eines Lesers, eines Lehres, in seine eigene Vergangenheit, so kann er seinen Text erspielen. |
Eine gute Frage. Stellen Sie sich vor, ich sitze vor diesem Text und überlege, wie ich kreativ meine Ansichten zu kreativen Techniken darlegen soll, und habe weder Inspiration noch die nötige Ruhe dies zu tun. Da Sie, lieber Leser, diesen Text lesen, ist davon auszugehen, dass Sie entweder selbst gerade unter einer Schreibblockade leiden, oder für kommende Blockaden vorbereitet sein möchten. Dann kennen Sie sicher die damit verbunden Gefühle.
Schreibblockade, der blanke Horror. Stunden des blanken Entsetzens vor einem leeren Papier oder einem leeren Computerbildschirm können so vergehen. Stunden, in denen man mit Freunden telefoniert, mit dem Partner streitet, Computerspiele spielt, im Internet surft, Nachrichten sieht oder ständig zum Kühlschrank rennt, um in der Folge weiterhin auf ein leeres Papier zu schauen.
Je mehr von diesen Stunden vergehen, umso größer ist der innere Druck, den verlangten Text doch endlich zu Papier zu bringen. Geht das? Kann man schreiben? Hat man nicht vielleicht das Schreiben plötzlich vergessen? Ist es das Alter? Das Wetter?
Aha, im Internet gibt es eine Studie, die besagt, dass der Intelligenquotient im Sommer sinkt. Eine andere stellt das gleiche für die dunklen Wintermonate fest. Wieso nur, das ist die Frage, kommen Sommer und Winter bei mir gleichzeitig zur Wirkung? Klimawandel?
Verzweiflung! Es geht nicht! Wie soll man das einem Verleger erklären? Wer wird jemals wieder einen Auftrag für einen Text erteilen? Der Ruin, das Ende! Nur ein Wunder kann helfen, ein kreativer Text muss auf das Papier.
Schon Jean-Jacques Rousseau bemerkte allerdings: „Nie konnte ich etwas schaffen mit der Feder in der Hand vor einem Tisch und Papier. Auf den Spaziergängen zwischen Feldern und Bäumen, nachts in meinem Bett, während der Schlaf mich flieht, schreibe ich in meinem Gehirn.“
Eine Erkenntnis, die aber wenig hilft, wenn auch das Gehirn streikt. Warum nur, hat Miraculix keinen Zaubertrank gegen Schreibblockaden erfunden? Trotzdem ist diese Feststellung wahr. Die Blockade im Gehirn entsteht durch den Druck, auf Knopfdruck kreative Produktivität erzeugen zu müssen.
Der Produktivitätszwang gerät in den Vordergrund und sämtliche andere Dinge des Lebens treten in den Hintergrund. Leider schwindet damit auch das Selbstvertrauen und man wird müde.
Aber halt, außer den von der Werbung angepriesenen Vitamindrinks, die müde Gehirne wieder munter machen sollen, und außer den Flügel verleihenden Dosenprodukten muss es doch noch Wege aus der Misere geben. Ein Spaziergang, wie Rousseau ihn anpreist mag in leichteren Fällen das Problem lösen. Wenn ein schwerer Blockadezustand vorliegt, sind aber auch andere Mittel möglich.
Es geht zunächst darum, das verlorene Selbstvertrauen wieder zu gewinnen.
Schieben wir einfach den Frust mal beiseite. Selbst wenn das nicht so einfach geht. Betrachten wir die Situation ganz nüchtern, unbeteiligt. Versetzen wir uns in die Position eines Betrachters. Wir betrachten uns selbst, unsere Situation. Wo liegt das Problem?
Je mehr man ein Problem auf den Punkt bringt, umso leichter erscheint die Lösung. Es soll ein Text über ein Thema erstellt werden. Klingt doch einfach.
Die Inspiration fehlt? Welche Inspiration? Ein Blick auf das Papier oder den Bildschirm verrät ein leeres Feld. Leer, weil noch nicht einmal der Anfang erstellt wurde. Leer, weil nach dutzenden Telefonaten, Webseiten, Kühlschrankbesuchen und verzweifeltem Aufschrei immer noch nichts da steht.
Bevor die Panik wieder aufkommt, sollten wichtige Fragen beantwortet werden. Jeder fragt sich in Krisensituationen doch, „Warum passier das mir?“.
Formulieren wir die Frage für den konkreten Fall um, „Warum soll ich diesen Text schreiben?“. Wie lautet die Antwort? Was gab den Ausschlag für den Auftrag? Ist es vielleicht das Fachwissen, das vorgewiesen wurde? War es eine eigene Bewerbung? Oder muss der Text im Rahmen der eigenen beruflichen Tätigkeit erstellt werden?
Welcher Verleger, welcher Arbeitgeber vergibt einen Auftrag an jemanden, der kein Fachwissen vorweisen kann? Zumindest tut das kein professioneller Unternehmer. Ergo hat man als schreibblockierter potentieller Autor zumindest einmal bewiesen, dass man den geforderten Text abliefern könnte.
Tief durchatmen, ein positiver Lichtblick, der potentielle Autor mit akuter Schreiblockaditis depressiva kann nun einen Lichtblick am Horizont erkennen.
Richtig, es soll über ein Thema geschrieben werden, dass man beherrscht und kennt. Richtig, diese Erkenntnis allein bringt immer noch kein Wort auf das Papier. Vor dem erneuten Drücken der Paniktaste, sollte eine weitere Frage gestellt werden, „Für wen soll der Text erstellt werden?“.
Die Gefahr bei der Selbstanalyse ist das Aufkommen von Selbstmitleid. Die depressive Grundstimmung, die die Kreativität immer mehr hemmt muss bekämpft werden. Nun, dem Begründer der Indiviualpsychologie, Alfred Adler, wird folgendes Zitat zugeschrieben
„Wir können uns nur in vierzehn Tagen von unseren Depressionen befreien, wenn wir uns nur jeden Tag überlegen, wie wir anderen helfen können.“
Helfen wir unseren Lesern! Konzentrieren wir uns auf die Zielgruppe. Das lenkt vom Selbstmitleid ab und vermeidet dunkle Gedanken.
Sind die potentiellen Leser Laien, die einfach nur informiert werden sollen? Sind es Experten, denen neue Erkenntnisse dargelegt werden sollen? Sind es Kollegen, vielleicht aus dem eigenen Betrieb, denen der Text einen Überblick über die Tätigkeit der Abteilung gegeben werden soll? Oder ist der Text an Kunden adressiert? Kunden, die überzeugt werden müssen.
Hilft uns das? Erscheint uns zunächst die Umschreibung des Leserkreises nicht ebenso genial, wie die Erkenntnis, dass Wasser nass ist? Und was, wenn dies tatsächlich der Fall ist? Muss die Lösung eines Problems immer schwer sein, nur weil uns das Problem zunächst schwer erscheint? Sind die genialsten Erfindungen nicht oft allein dadurch entstanden, dass jemand den Mut hatte etwas ungeheuer Einfaches zu postulieren?
Jeder von uns ist in gewissen Fachgebieten Laie. Ebenso leicht kam uns die Erkenntnis, dass ein potentieller Autor eines Textes über Fachwissen verfügen muss. Unser eigenes Tätigkeitsgebiet sollten wir kennen, ergo können wir zumindest auf unserem Fachgebiet ebenso wie unsere Kollegen denken. Schließlich sind alle erwachsenen Erdbewohner irgendwo Kunden. Ganz ehrlich, kein Leserkreis ist uns wirklich fremd.
Treten wir wieder zurück in die Rolle des unbeteiligten Betrachters, so können wir folgendes Fazit festhalten, ein schreibblockierter Autor ist nicht in der Lage seine Rolle als Textschöpfer zu übernehmen. Er kennt allerdings das Leserprofil. Was liegt näher, als statt Computerspielen, Channelhopping, Kühlschrankplünderung, endlosen Telefonaten und stundenlangem Tigern im Raum, ein einfaches, produktives Spiel zu spielen. Ein Rollenspiel.
Was würden Sie persönlich als Leser von dem Text erwarten, den Sie formulieren sollen? Vergessen Sie die Rolle des Verfassers. Sie sind nun der Leser. Ein Leser, der seine Erwartungshaltung ausdrückt. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Schauspieler, der den Leser darstellen soll. Und schreiben Sie sich alle Fragen auf, die der virtuelle Leser stellt. Denken Sie sich in die Rolle eines kritischen Lesers.
Ein kritischer Leser wird versuchen alle Schwachstellen in Ihrem Text zu entdecken. Da Sie noch keinen konkreten Text haben, versetzen Sie sich in eine Prüfungssituation, welche Fragen zu Ihrem Textthema würden Sie am meisten fürchten? Schreiben Sie diese Fragen auf und versuchen Sie diese so gut wir möglich zu beantworten. Benutzen Sie dazu Ihr Wissen, Ihre Recherchen und fügen Sie Zitate an all den Stellen ein, an denen Sie auf fremde Erkenntnisse zurückgreifen.
Fein. Das Schwierigste haben Sie nun hinter sich. Denn, wie der Volksmund schon sagt, „Aller Anfang ist schwer“.
Zwar haben Sie noch keinen kompletten fließenden Text, aber bereits einige schwierige Fragen. Formulieren Sie nun die Fragen und Antworten so, dass Sie sich an das Niveau der Zielgruppe richten. Jede Zielgruppe hat ihr eigenes Vokabular. Der Laie verwendet einfachere Formulierungen als ein Profi. Komplexe Gebiete können einem Nichtfachmann leichter erklärt werden, wenn man auf Vergleiche zurückgreift, die einen unbekannten Komplex mit etwas vergleichen, was dem Leser geläufig ist. Fachleute dagegen bevorzugen eine präzisere lakonischere Textform, die sich auf neue Erkenntnisse konzentriert.
Zugegeben, einen Text nur mit Fragen zu spicken, wirkt etwas langweilig. Die Fragen sollten auch nicht wirklich ex pressis verbis im Text erscheinen.
Anstatt beispielsweise einen Abschnitt mit der Fragestellung:
„Was ist ein Ottomotor?“
Unter Ottomotoren versteht man…….
zu beginnen kann der Abschnitt schlicht mit dem behandelten Fachbegriff überschrieben werden.
Ottomotoren
Unter Ottomotoren ….
Die „Fragen“ sollten in Unterthemenkomplexe gegliedert werden. Selbst wenn es zu Anfang so wirkt, es geht nicht um einen tabellenartigen Fragenkatalog, sondern darum die mit dem Textthema verbundenen Fragen in einzelne Abschnitte zu gliedern.
Versuchen Sie bereits zu diesem Zeitpunkt, die einzelnen Fragen so zu ordnen, dass sie in logischer Folge vorliegen.
Niemand genießt es durchgehend schwierige Themenkomplexe zu lesen. Solch schwere Kost erscheint meist trocken. Sie können den Text auflockern, indem Sie einfachere Komplexe einfügen. Denken Sie sich in den dümmsten anzunehmenden Leser, denken Sie an Anfänger. Und schreiben Sie wieder die Fragen und Antworten auf. Was möchte der Anfänger wissen?
Greifen Sie dabei durchaus auf eigene Erfahrungen zurück. Sie waren nicht immer Experte für Ihr Gebiet. Wie war das, als Sie vor längerer Zeit versuchten, das damals neue Themengebiet zu erschließen?
Können Sie sich an „Aha“-Effekte erinnern? Können Sie sich daran erinnern, wie Freunde oder Bekannte sich bei bestimmten Themen „dumm anstellten?“.
Vorsicht, wenige Menschen haben die Stärke, über die eigenen Schwächen zu lachen. Wird dem Leser der Spiegel vorgehalten, kann es sein, dass einige Leser befremdet reagieren. Andererseits sollten Sie versuchen, auch komische Situationen zu beschreiben, das lockert den Text auf. Hier können Sie Sie selbst sein. Demonstrieren Sie an der eigenen Person, was alles schief laufen kann.
Wie oft stellt man sich die Frage, „Wenn ich das doch vorher gewusst hätte?“. Meist schließt sich ein, „Hätte ich doch….. .“. an. Es liegt in der Natur des Menschen, die Vergangenheit Revue passieren zu lassen. Oft denken wir dabei an Entscheidungen oder Situationen, in denen wir oder andere falsche Entscheidungen getroffen haben. Manche frühere Entscheidungen wirken mit dem heutigen Wissen komisch, andere hatten eventuell negative Folgen.
Gehen Sie zurück in die eigene Vergangenheit. Betrachten Sie alles, was mit dem Thema Ihres Textes in Verbindung steht mit dem Abstand eines neutralen, wohlwollenden Beobachters und notieren Sie dabei ihre Gedanken.
Die Einbindung der eigenen Person in den „Fragenkatalog“ führt zu einem Vertrauensgefühl beim Leser. Der Leser kann sich mit Ihnen besser identifizieren. Selbst wenn Sie, was auch bei den klügsten Zeitgenossen vorkommen kann, einige Gedanken in etwas wirrer Form zu Papier bringen, so haben Sie beim Leser einen Vertrauensvorschuss. Er wird nicht wie der Deutschlehrer reagieren, der einen Abschnitt mit „am Thema vorbei“ markiert, sondern eher Ihrer Beteuerung, „Ich wollte doch nur sagen, dass …. .“ Glauben schenken.
Fazit: Ihr Fachwissen können Sie mit den schwierigen Fragenkomplexen demonstrieren, ihre Menschlichkeit mit kleinen Schwächen. Selbst wenn Ihr Schreibstil nicht allzu kreativ erscheint, entweder, weil das Thema es nicht zulässt oder weil die Kreativblockade immer noch zu intensiv ist, werden Sie die Sympathie Ihrer Leser gewinnen. Sie wirken dadurch im Allgemeinen glaubwürdiger. Bedenken Sie, alle wissen, dass niemand perfekt ist. Wem würden Sie eher Glauben schenken, jemandem, der zu seinen Schwächen stehen kann oder einer Person, die sich als Superhirn präsentiert?
Leser können gerade bei belehrenden Texten zum Weiterlesen motiviert werden, wenn sie feststellen, dass sie mit ihren Verständnisproblemen nicht allein sind. Ein Text, der den Leser nicht frustriert sondern aufbaut wirkt locker und kreativ. Der Leser sollte mit uns mitdenken.
Geben Sie dem Leser dabei so viel Hilfestellung zur Hand, dass während der Lektüre des Textes beim „Mitdenken“ Ihre nächsten Gedanken erahnen kann.
Denn, wie sagte schon Luc de Clapier Vauvenargues in „Nachgelassene Maximen“
„Man darf den Leser nicht voraussehen lassen, was man ihm sagen will, aber man muss ihn dazu bringen, den Gedanken selbst zu finden; denn dann achtet er uns, weil wir denken wie er, aber später als er.“
Der „Aha-Effekt“, das bekannte „hab ich mir doch gedacht!“ motiviert den Leser und baut dessen Selbstvertrauen weiter auf.
Erinnern Sie sich, wollten wir nicht unsere Schreibblockade und unsere Depression dadurch bekämpfen, dass wir unseren Lesern helfen?
Ordnen Sie die Themen so, dass die bereits beschriebenen Fragenkomplexe entstehen.
Formulieren Sie auch hier den „Fragenkatalog“ so, dass er in einer Textform erscheint. Abhängig davon, wie direkt Sie den Leser ansprechen möchten können Sie bei einfachen Komplexen durchaus auch vereinzelt direkte Fragen formulieren oder weitere Personen einbinden.
Müssen Sie mit Ihrem Text etwas beweisen? Dann sollten Sie möglichst viele Antworten mit Zitaten belegen. Direkte Rede der Beteiligten verhilft dem Text dabei zu einer gewissen Dynamik.
Die Boulevardpresse bedient sich sehr oft der direkten Rede, wenn Sie Dramatik und Dynamik erzeugen möchte. Betrachten Sie doch einfach die die Schlagzeilen der Zeitung mit den vier Buchstaben im Titel.
Es wirkt dynamischer, wenn ein Postulat im Text durch einen Experten belegt wird.
„Wir können 30% Energie einsparen, wenn wir unsere Anlagen optimieren.“ sagt Dr. Peltzer, leitender Direktor von der CDTG.
Belebt den Text mehr als:
Wie Herr Dr. Peltzer, der leidende Direktor der CDTG besagt, könnte durch Anlagenoptimierung 30% Energie eingespart werden.
Tief durchatmen, bald ist es geschafft. Das blanke Papier hat sich mit Buchstaben gefüllt. Der Themenkomplex ist bearbeitet. Das Manuskript sollte in seiner vorliegenden Form halbwegs lesbar sein. Das anfangs erwähnte Syndrom des leeren Blatts ist also zunächst geheilt worden.
Jetzt könnte man durchatmen, zum Kühlschrank gehen, Freunde anrufen, etwas Fernsehen genießen und im Internet surfen. Auf jeden Fall gilt es, ein bisschen Abstand zum Geschriebenen zu gewinnen.
Richten Sie sich allerdings darauf ein, dass der folgende Arbeitsschritt den größten Zeitaufwand erfordert. Theodor Fontane bemerkte bereits:
„Drei Viertel meiner ganzen literarischen Tätigkeit ist überhaupt Korrigieren und Feilen gewesen.“
Korrigieren und Feilen ist sicherlich oft langweilig, aber sicherlich nicht so frustrierend wie ein leeres Blatt Papier. Es ist dabei sehr wichtig, genügend Abstand zum Text zu haben, um möglichst viele Fehler erkennen zu können. Auch hier kann ein Rollenspiel helfen. Denken Sie sich in die Rolle eines Prüfers, oder eines Deutschlehrers. Zur Vorbereitung hilft die kleine Pause.
Statt den Kühlschrank zu plündern, könnte man die Zeit, die benötigt wird um etwas durchzuatmen, auch kreativ nutzen.
Der Unternehmer Ludwig Reiners bemerkte in „Stilkunst VI, Ratschläge und Hilfsmittel“:
„Demosthenes hat den Thukydides achtmal mit der Hand abgeschrieben, um seinen Stil in sich aufzunehmen. Stendhal pflegte, bevor er schrieb, im Code Napoleon zu lesen. Es ist sicher richtig: Wenn wir eine Stunde in Egmont oder in Hebels Schatzkästlein gelesen haben, werden wir nachher manche banale Wendung, manchen verschnörkelten Ausdruck nicht niederzuschreiben wagen.“
Lesen Sie andere Texte, das lenkt ab und trainiert!
Was der Niederschrift der Fragenkataloge noch fehlt ist eine Strukturierung, eine Einleitung und ein Schluss. Bevor sie Ihre Abfassung strukturieren, sollten Sie sich Gedanken über den Schluss machen. Einleitung und Schluss sollten eine Einheit bilden.
Mit dem bereits fertigen Fragenkatalog können Sie die Leser überzeugen. Aber Vorsicht, Ihr Text sollte Ihrem Auftrag entsprechen. Das Auftragsziel bestimmt Ihren Schluss. Der Auftrag selbst kann in die Einleitung eingebaut werden.
Wie formulieren Sie den Auftrag als Einleitung? Nun, wenn Ihnen gar nichts einfällt, nehmen Sie den Titel als Aufhänger. Das ist zwar nicht besonders einfallsreich und originell, hilft aber einen Anfang zu finden. Auch ich habe für diesen Text diese Form der Einleitung gewählt.
Alternativ können Sie ein Zitat einer berühmten Person zum Themengebiet Ihres Textes suchen. Aber seien Sie ehrlich. Verstellen Sie sich nicht, versuchen Sie nicht, sich so zu verstellen, dass das Prominentenzitat auf Sie zutrifft. Denn:
„Le style c’est l’homme: Dieses Wort ist so wahr, dass der Schreibende sich am sichersten dort zu verraten pflegt, wo er sich am ängstlichsten zu verstellen trachtete.“
Dieses Zitat stammt von Arthur Schnitzler, dem Wiener Arzt und Schriftsteller, auch ein Experte des Schreibens [, den ich hier zur Untermauerung einer eigenen Aussage hinzu ziehe].
Bei der Einleitung können Sie je nach Zielgruppe ihre eigene Person mehr oder weniger einbringen. Hier ist allerdings auf die Form zu achten.
Bei wissenschaftlichen Texten wirkt eine direkte Einbindung des Autors in die Handlung ebenso fremd wie die nüchterne Beschreibung von Handlungen in dritter Person bei einer Bedienungsanleitung.
Ludwig Reiners brachte es in Stilkunst I,3 auf den Punkt,„Das Geheimnis des deutschen Gelehrtenstils: Sie verachten die Form, weil sie den Leser verachten.“
Passen Sie Ihren Scheibstil der Zielgruppe an. Je besser der Anfang gelingt, umso einfacher wird die weitere Arbeit am Text. Der antike Philosoph Sophokles wusste bereits:
„Hast du bei einem Werk den Anfang gut gemacht, das Ende wird gewiss nicht minder glücklich sein.“
Wenn gar nichts mehr hilft, und Sie partout keinen Anfang finden können gehen Sie im wahrsten Sinne des Wortes zu Ihrem Nachbarn, Kollegen, Freund…..
„Neulich meinte mein Nachbar….“, „Mein Freund Joselle…“, „Meine Freundin meint immer…“ - kommen Ihnen diese Textanfänge nicht bekannt vor?
Ist der Anfang erst einmal fertig, kann auf den Fragenkatalog zurückgegriffen werden. Schließlich liegt das gesamte für den Text verfügbare Wissen in gegliederten Abschnitten vor.
Die einzelnen Abschnitte sollten so geordnet und miteinander verbunden werden, dass ein roter Faden erkennbar wird. Führen Sie Ihren Leser auf eine Reise, die ihn von der Einleitung zum Schluss leitet. Achten Sie immer darauf, dass sich komplizierte Fragestellungen mit einfachen Abschnitten abwechseln, damit der Text einfacher zu lesen ist.
Eingestreute Zitate und Anekdoten können das Werk etwas abrunden und weiter auflockern.
Zu guter Letzt, müssen die Abschnitte des Fragenkatalogs auf den Schluss führen. Der Schluss sollte die Beantwortung der Thesen der Einleitung darstellen oder die in der Einleitung begonnene Handlung beenden.
Ist die Niederschrift erst einmal in dieser Form, so kann Sie beliebig gefeilt werden. Die Schreibblockade sollte spätestens jetzt kuriert sein.
Mein eigenes Problem, die Kreativsperre bei der Erstellung dieses Textes habe ich mit den hier beschriebenen Mitteln bekämpft. rt.
Es ist ein gutes Gefühl den Text schließlich doch noch zu Papier gebracht zu haben. Sophokles meinte dazu:
„Das Schönste ist, gerecht zu sein, das Beste die Gesundheit, das Angenehmste, wenn man immer erreicht, was man will.“
Sie können bei Ihrer nächsten Schreibblockade überprüfen, ob meine Tipps Ihnen helfen, das zu erreichen, was Sie wollen.
Für die Statistiker unter Ihnen, mein Kühlschrank ist nun leer, meine Freunde werden gewiss für Tage nicht mehr mit mir reden wollen und das Fernsehprogramm ist einfach langweilig……..
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παράπλευρες απώλειες….
8.2.2008 von kwa.
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article3155784.ece
Ε λοιπόν, πάει μακρυά η βαλίτσα.
Ποιος θα αναλάβει την ευθύνει τελικά για τον καθολικό εξευτελισμό μας;
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όταν η τέχνη θυμώνει!!!!
8.2.2008 von kwa.
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http://paremvasipolitismou.wordpress.com/
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